Asset Allocation: Der Balanceakt zum Jahresende


Das Jahresende naht und mit ihm das jährliche Ritual vieler Anleger, sich mit der eigenen Kapitalanlage zu beschäftigen. Wie hat sich das Portfolio entwickelt? Welche Anlagen waren top, welche ein Flop? Tatsache ist, dass Anlegerdepots in den meisten Jahren - und speziell in den vergangenen beiden Jahren - durch Marktbewegungen ordentlich durchgerüttelt wurden. Das ist ein Problem, denn die Zusammensetzung passt dann nicht mehr zum Anlageziel und Risikoprofil des Anlegers. Die Verschiebung ist zum einen die Folge der extremen Kursbewegungen - Anfang des Jahres ging es noch steil bergab und seit einigen Monaten wieder ordentlich bergauf. Allein der DAX legte seit Anfang März um rund 51 Prozent zu (Stand 15.12.2009). Zum anderen dürften die Anleger aber auch selbst ihre Portfolios durch ihre Reaktionen auf die extremen Kursbewegungen aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Denn typischerweise gilt: Steigen die Kurse, kaufen Anleger, fallen die Kurse, verkaufen sie Wertpapiere.

Was sollten Anleger also beachten, wenn sie ihre Portfolios zum Jahresende unter die Lupe nehmen? 'Nach elf Monaten hoher Volatilität ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Großteil der Anleger ihre Portfoliogewichtung überholen muss', sagt Henrik Amilon, Senior Research Analyst bei Sparinvest. 'Voraussetzung ist, dass die Anleger eine Strategie haben und mit Hilfe eines professionellen Finanzberaters ihre optimale Asset Allocation kennen. Nun gilt es, diese für ihr Risikoprofil optimale, prozentuale Gewichtung der einzelnen Anlageklassen wieder herzustellen. Kurz gesagt: Rebalancing ist notwendig.' Der Rebalancing-Prozess führt automatisch dazu, dass Anlageklassen verkauft werden, deren Wert gestiegen ist. Gleichzeitig wird in Anlagen investiert, die sich schwach entwickelt haben. 'Mit dem Rebalancieren haben Anleger gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen', sagt Amilon. 'Zum einen beschert es ihnen stets ein Portfolio, das ihrem Risikoprofil entspricht. Zum anderen handeln sie endlich einmal antizyklisch, kaufen also billig und verkaufen teuer.'

Entscheidend beim Rebalancing ist, in welchem Turnus dies geschieht. Denn wird das Portfolio zu selten angepasst, entgehen dem Anleger Gewinne, da die Korrelationsunterschiede nicht voll ausgenutzt werden. Die Gefahr bei zu häufigem Umschichten: Die Transaktionskosten zehren den Mehrertrag auf, den die Umschichtung einbringt.

Grundsätzlich kann in festgelegten Intervallen oder nach der Toleranzgrenzen-Strategie rebalanciert werden. Bei Letzterer wird das Portfolio angepasst, wenn es mehr als zuvor festgelegt von seiner Ursprungsgewichtung abweicht. Die Grenze liegt typischerweise zwischen 5 und 15 Prozent. Sparinvest hat untersucht, welche Kostenvor- oder -nachteile die verschiedenen Rebalancing-Strategien mit sich bringen. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse und veranschaulicht, dass mit der richtigen Rebalancing-Strategie die Rendite eines Portfolios verbessert wird. Die Studie von Sparinvest bestätigt, was auch in anderen Untersuchungen zu Tage kam: eine Toleranzgrenze von 15 Prozent liefert die besten Ergebnisse. 'Aber auch eine jährliche Anpassung liefert gute Ergebnisse und ist mit noch weniger Aufwand für den Anleger verbunden', sagt Amilon.

Quelle: www.sparinvest.eu

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