Anz.

Marktteilnehmer weiter verunsichert


Die Verunsicherung der Marktteilnehmer bezüglich der Auswirkungen der Probleme am US-Hypothekenmarkt hielt auch in der vergangenen Woche an. Sowohl in der Eurozone als auch in den USA sorge die hohe Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen für steigende Anleihepreisen und somit sinkende Renditen. Die höhere Risikoaversion bzw. die Zurückhaltung der Banken einander kurzfristige Kredite am Geldmarkt zu gewähren, führte zu einem Anstieg der Euribor-Sätze. Auf Wochensicht rechnen wir sowohl bei den Geldmarktzinsen als auch bei den Anleiherenditen in der Eurozone und den USA mit einer Seitwärtsentwicklung.

Der Euro hat sich in den letzten Tagen gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Belastet wurde die Währung von der Veröffentlichung von schwachen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone sowie der jüngsten Liquiditätsversorgung der Kreditwirtschaft mit Schnelltendern durch die Europäische Zentralbank. Letztere weckten bei einigen Marktteilnehmern die Erwartung, das die EZB - anders als von Notenbankchef Trichet auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Notenbanksitzung vom 2. August angedeutet - den Leitzins bei der nächsten Zinsentscheidung am 6. September aufgrund des durch die US-Hypothekenkrise hervorgerufenen unsicheren Marktumfelds möglicherweise nicht anhebt. Wir erachten die jüngste Stärke des Dollars im Verhältnis zum Euro als kaum gerechtfertigt und erwarten in den nächsten Tagen eine leichte Gegenbewegung.


Die Umsätze der US-Einzelhändler sind im Juli um 0,3 Prozent M/M (Juni: -0,7%) gestiegen


Ohne die volatilen Autoumsätze war sogar ein Anstieg um 0,4 Prozent M/M (Juni: -0,2%) zu beobachten. Das Außenhandelsdefizit hat sich in den USA im Juni - unterstützt durch einen schwachen US-Dollar mit seinen positiven Auswirkungen auf den Export - auf USD 58,1 Mrd (Mai: USD 59,2 Mrd) verringert. Die US-Verbraucherpreise sind im Juli vor allem wegen gesunkener Benzinpreise nur um 0,1 Prozent M/M (Juni: 0,2%) angestiegen. Ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie war ein Anstieg um 0,2 Prozent M/M (Juni: 0,2%) zu beobachten. Die US-Industrie hat ihre Produktion im Juli um 0,3 Prozent M/M (Juni: 0,6%) ausgeweitet. In der Eurozone ist die Industrieproduktion im Juni um 0,1 Prozent M/M (Mai: 1,0%) gesunken. Das Wachstum der Wirtschaft hat sich in der Eurozone im zweiten Quartal auf eine Rate von 0,3 Prozent Q/Q (Markterwartung: 0,6%; Q1: 0,7%) verlangsamt. Die deutsche Wirtschaft ist gemäß einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal mit 0,3 Prozent Q/Q (Q1: 0,5%) so schwach gewachsen wie seit dem vierten Quartal 2005 nicht mehr. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal laut einer Schätzung des WIFO um 1,0 Prozent Q/Q (Q1: 0,9%). Die Träger der Expansion waren neuerlich der Warenexport und die Investitionen.

Die Aktienmärte verzeichneten weitere Kursabschläge


Die Aktienmärkte verzeichneten zuletzt aufgrund der anhaltenden Verunsicherung der Marktteilnehmer bezüglich der Auswirkungen der Probleme am US-Hypothekenmarkt weitere Kursabschläge. Enttäuschende Quartalszahlen des Einzelhändlers Wal-Mart Stores und der Baumarktkette Home Depot schürten zudem die Befürchtung, dass die Probleme am Immobilienmarkt die Kauffreudigkeit der US-Konsumenten schmälern könnten. Die Veröffentlichung von vereinzelt guten Wirtschaftsdaten oder mehrheitlich gute Unternehmenszahlen wurden von den Marktteilnehmern weiterhin kaum beachtet. Ob die Aktienkurse weiter sinken oder die Marktteilnehmer die niedrigeren Niveaus zum Einstieg nützen, wird in den nächsten Tagen vor allem davon abhängen, ob weitere Probleme bei den US-Hypothekenfinanzierern bekannt werden. Auf Wochensicht rechnen wir mit einer Seitwärtsentwicklung.

Quelle: Volksbank Research


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