JPMorgan Asset Management sieht keine Rezessionsgefahr
Das globale Wirtschaftswachstum kühlt zwar ab. nach JPMorgan Asset Management (AM) rechnet jedoch noch nicht mit einer weltweiten Rezession, obwohl die hohen Rohstoffpreise und die steigende Inflation die Konjunktur derart belasten, dass in bestimmten Ländern eine wirtschaftliche Kontraktion nicht ausgeschlossen werden kann. Die hohen Nahrungsmittel- und Energiepreise werden die Industrieländer belasten und in der Folge die nicht-zyklischen Verbraucherausgaben und damit das Wachstum dämpfen.
Für die USA, die Eurozone, Grossbritannien und Japan signalisieren die konjunkturellen Frühindikatoren in den nächsten ein bis zwei Quartalen ein Wachstum von 0 bis 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Frühindikator-Analyse des globalen Währungsteams bei JPMorgan AM deutet nach wie vor auf ein Wachstum der US-Wirtschaft von 0 bis 1 Prozent in diesem Jahr hin. Die Beschäftigungszahlen sind weiter zurückgegangen. Die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft weist mittlerweile für den sechsten Monat in Folge eine negative Entwicklung aus, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum von 5,0 auf 5,5 Prozent gestiegen ist. Die Verbraucherausgaben haben sich dank der Steuerschecks, die der Grossteil der Privathaushalte im Mai und Juni erhalten hat, bisher gehalten. JPMorgan AM rechnet damit, dass die Wirkung dieser Steuernachlässe bis zum dritten Quartal nachlassen und sich der Konsum bis Jahresende deutlich abschwächen wird.
Negatives Gewinnwachstum erwartet
Das globale Gewinnmomentum (gemessen am Verhältnis der Aufwärts- zu den Abwärtskorrekturen von Analysten) hat im zweiten Quartal höher tendiert, liegt aber nach wie vor unter 1. In den USA hat sich die Gesamtdynamik angesichts der Rückkehr des Verhältnisses auf über 1 indes verbessert. Die anstehende Ergebnissaison für das zweite Quartal wird nun Aufschluss darüber bringen, ob es sich hierbei um einen nachhaltigeren Trend handelt.
Der von JPMorgan AM erhobene Broker-Konsens rechnet in den USA und Europa ex Großbritannien in diesem Jahr mit einem negativen Gewinnwachstum, während Großbritannien und Japan einen Zuwachs von 3 Prozent oder weniger verzeichnen dürften. Die Schätzungen für 2009 fallen mit 4 bis 7 Prozent für Europa und die USA und 10 Prozent für Japan nach wie vor verhalten aus. Dem schwächeren Wirtschaftswachstum nach erscheinen diese Schätzungen ziemlich realistisch. In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass bei den Gewinnen der Abwärtszyklus unter Umständen ausgeprägter ist als es die aktuellen Erwartungen widerspiegeln.
Aktien gegenüber Anleihen attraktiv
Die Aktienbewertungen sind laut JPMorgan AM an den maßgeblichen Märkten im Vergleich zu Anleihen weiterhin attraktiv. Die Aktienrisikoprämien und damit die Differenz zwischen den Forward-Gewinnrenditen und realen Anleihenrenditen haben dabei mittlerweile wieder Extremniveaus erreicht. Das KGV auf Basis der zukünftigen Gewinne notiert unterdessen an den meisten grossen Märkten unter den fünfjährigen Durchschnitten, während die Dividendenrenditen deutlich darüber liegen.
Die Vergangenheit lehrt uns laut den Analysten in Bezug auf Aktienbewertungen und Baissemärkte jedoch noch etwas anderes. So hat von neun früheren US-Baissemärkten lediglich der Hightech-Crash im Jahr 2001 zunächst ein historisches KGV aufgewiesen, das über dem Niveau vom Oktober 2007 lag. Das durchschnittliche KGV von rund 12, das am Ende vorheriger Baissemärkte erreicht wurde, liegt indes weit unter dem aktuellen Niveau von 16,2 (wenngleich die KGVs in den 1970er Jahren, die aufgrund überbewerteter Lagerbestände und zu gering angesetzter Abschreibungen wohl als "ungewöhnlich niedrig" zu bezeichnen sind, den historischen Durchschnitt gedrückt haben könnten). Demnach könnten die Bewertungen an den Märkten weiter unter Druck geraten, sollten sich die Gewinnrisiken materialisieren.
Mit einer Dividendenrendite des S&P 500 von 2,2 Prozent gegenüber den 2,8 Prozent, die dreimonatige Interbankenzinssätze derzeit bieten, sind Aktien ausserdem nicht ganz so attraktiv wie Baranlagen. Beim Topix übersteigt die Dividendenrendite mit 1,8 Prozent indes sowohl die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen (1,7 Prozent) als auch den dreimonatigen Geldmarktzins (0,9 Prozent).
Erholung an den Aktienmärkten möglich
Angesichts der zunehmend schwächeren Daten in Europa und den USA, der anhaltend hohen Ölpreise und der verschärften Tonart der Zentralbanken fällt es nicht schwer, in Pessimismus zu verfallen. Einige Kennzahlen zum Anlegersentiment befinden sich mittlerweile auf äußerst schwachem Niveau, was darauf hindeutet, dass die Verluste an den Märkten von nun an begrenzt sein könnten.
Der Aktien/Anleihen-Indikator von JPMorgan AM wirkt überverkauft, während sich der Credit Suisse-Index, der die Risikobereitschaft abbildet, seinen Tiefständen vom März nähert. Die Daten der American Association of Individual Investors zeigen unterdessen, dass der Anteil der Bullen gegenüber den Bären deutlich gesunken ist, aber immer noch ein gutes Stück von den Niveaus im Januar und März entfernt liegt, während der Anteil der US-Aktien, die über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt notieren, auf gerade einmal 20 Prozent zurückgegangen ist.
Dies deutet darauf hin, dass die Märkte zwar für eine Erholungsrally reif sein könnten, die Wahrscheinlichkeit hierfür jedoch noch nicht sehr hoch ist. Unserer Meinung nach könnte die Stimmung an den Märkten in den nächsten Monaten weiter gedämpft bleiben, bis das Wachstums-/Inflationsproblem überschaubarer wird und sich die Zentralbanken wieder "entgegenkommender" zeigen.
Insbesondere die steigenden Ölpreise drücken weiter auf das Sentiment, sodass die Analysten eine positive Einstellung gegenüber Aktien von einem deutlichen Ölpreisrückgang abhängig machen würden. Darüber hinaus steht den Investoren noch die Ergebnissaison für das zweite Quartal bevor, während die Gesamtinflation immer noch für schlechte Überraschungen sorgen könnte.
JPMorgan AM bleibt daher gegenüber den Aktienmärkten weiter vorsichtig, weshalb auch die Untergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen beibehalten werde. JPMorgan AM bevorzugt nach wie vor US-Aktien und zieht dabei Large Caps den kleineren Werten vor. Dem Maßstab der Gewinndynamik zufolge korrigieren in den USA mittlerweile mehr Analysten ihre Gewinnprognosen nach oben als nach unten, was ein positives Zeichen ist. Daneben gewichtet JPMorgan AM auch Japan leicht über. Die günstigen Bewertungen kommen dem Aktienmarkt zugute, sodass mit einer Outperformance Japans zu rechnen sei. Hinzu komme, dass die Gewinnwachstumsprognosen bereits erheblich gesenkt wurden und die Ertragsdynamik ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte. Auch wenn Japans Konjunkturaussichten immer noch etwas Sorgen bereiten, so haben sich die geldpolitischen Bedingungen doch beträchtlich gelockert und könnten somit dem Wachstum förderlich sein.
In Europa ex Großbritannien und den Schwellenmärkten bleibt JPMorga AM nach wie vor untergewichtet. In Europa konzentriere man sich auf die Märkte, die ein besonders attraktives Wertpotenzial bieten (wie beispielsweise Italien, Frankreich und die Niederlande). In den übrigen Ländern der Region sei man dagegen untergewichtet, sodass insgesamt eine leichte Untergewichtung zustande komme.
Was die Schwellenmärkte betrifft, so spricht nach Angaben von JPMorgan aus struktureller Sicht zwar immer noch einiges für diese Anlageklasse. Die zyklischen Risiken sei jedoch nach wie vor beträchtlich, während gleichzeitig die Gefahr bestehe, dass das Wirtschaftswachstum enttäuscht. Die Analysten halten daher an ihrer Untergewichtung der Schwellenmärkte fest.
Quelle: www.boerse-express.com
Für die USA, die Eurozone, Grossbritannien und Japan signalisieren die konjunkturellen Frühindikatoren in den nächsten ein bis zwei Quartalen ein Wachstum von 0 bis 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Frühindikator-Analyse des globalen Währungsteams bei JPMorgan AM deutet nach wie vor auf ein Wachstum der US-Wirtschaft von 0 bis 1 Prozent in diesem Jahr hin. Die Beschäftigungszahlen sind weiter zurückgegangen. Die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft weist mittlerweile für den sechsten Monat in Folge eine negative Entwicklung aus, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum von 5,0 auf 5,5 Prozent gestiegen ist. Die Verbraucherausgaben haben sich dank der Steuerschecks, die der Grossteil der Privathaushalte im Mai und Juni erhalten hat, bisher gehalten. JPMorgan AM rechnet damit, dass die Wirkung dieser Steuernachlässe bis zum dritten Quartal nachlassen und sich der Konsum bis Jahresende deutlich abschwächen wird.
Negatives Gewinnwachstum erwartet
Das globale Gewinnmomentum (gemessen am Verhältnis der Aufwärts- zu den Abwärtskorrekturen von Analysten) hat im zweiten Quartal höher tendiert, liegt aber nach wie vor unter 1. In den USA hat sich die Gesamtdynamik angesichts der Rückkehr des Verhältnisses auf über 1 indes verbessert. Die anstehende Ergebnissaison für das zweite Quartal wird nun Aufschluss darüber bringen, ob es sich hierbei um einen nachhaltigeren Trend handelt.
Der von JPMorgan AM erhobene Broker-Konsens rechnet in den USA und Europa ex Großbritannien in diesem Jahr mit einem negativen Gewinnwachstum, während Großbritannien und Japan einen Zuwachs von 3 Prozent oder weniger verzeichnen dürften. Die Schätzungen für 2009 fallen mit 4 bis 7 Prozent für Europa und die USA und 10 Prozent für Japan nach wie vor verhalten aus. Dem schwächeren Wirtschaftswachstum nach erscheinen diese Schätzungen ziemlich realistisch. In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass bei den Gewinnen der Abwärtszyklus unter Umständen ausgeprägter ist als es die aktuellen Erwartungen widerspiegeln.
Aktien gegenüber Anleihen attraktiv
Die Aktienbewertungen sind laut JPMorgan AM an den maßgeblichen Märkten im Vergleich zu Anleihen weiterhin attraktiv. Die Aktienrisikoprämien und damit die Differenz zwischen den Forward-Gewinnrenditen und realen Anleihenrenditen haben dabei mittlerweile wieder Extremniveaus erreicht. Das KGV auf Basis der zukünftigen Gewinne notiert unterdessen an den meisten grossen Märkten unter den fünfjährigen Durchschnitten, während die Dividendenrenditen deutlich darüber liegen.
Die Vergangenheit lehrt uns laut den Analysten in Bezug auf Aktienbewertungen und Baissemärkte jedoch noch etwas anderes. So hat von neun früheren US-Baissemärkten lediglich der Hightech-Crash im Jahr 2001 zunächst ein historisches KGV aufgewiesen, das über dem Niveau vom Oktober 2007 lag. Das durchschnittliche KGV von rund 12, das am Ende vorheriger Baissemärkte erreicht wurde, liegt indes weit unter dem aktuellen Niveau von 16,2 (wenngleich die KGVs in den 1970er Jahren, die aufgrund überbewerteter Lagerbestände und zu gering angesetzter Abschreibungen wohl als "ungewöhnlich niedrig" zu bezeichnen sind, den historischen Durchschnitt gedrückt haben könnten). Demnach könnten die Bewertungen an den Märkten weiter unter Druck geraten, sollten sich die Gewinnrisiken materialisieren.
Mit einer Dividendenrendite des S&P 500 von 2,2 Prozent gegenüber den 2,8 Prozent, die dreimonatige Interbankenzinssätze derzeit bieten, sind Aktien ausserdem nicht ganz so attraktiv wie Baranlagen. Beim Topix übersteigt die Dividendenrendite mit 1,8 Prozent indes sowohl die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen (1,7 Prozent) als auch den dreimonatigen Geldmarktzins (0,9 Prozent).
Erholung an den Aktienmärkten möglich
Angesichts der zunehmend schwächeren Daten in Europa und den USA, der anhaltend hohen Ölpreise und der verschärften Tonart der Zentralbanken fällt es nicht schwer, in Pessimismus zu verfallen. Einige Kennzahlen zum Anlegersentiment befinden sich mittlerweile auf äußerst schwachem Niveau, was darauf hindeutet, dass die Verluste an den Märkten von nun an begrenzt sein könnten.
Der Aktien/Anleihen-Indikator von JPMorgan AM wirkt überverkauft, während sich der Credit Suisse-Index, der die Risikobereitschaft abbildet, seinen Tiefständen vom März nähert. Die Daten der American Association of Individual Investors zeigen unterdessen, dass der Anteil der Bullen gegenüber den Bären deutlich gesunken ist, aber immer noch ein gutes Stück von den Niveaus im Januar und März entfernt liegt, während der Anteil der US-Aktien, die über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt notieren, auf gerade einmal 20 Prozent zurückgegangen ist.
Dies deutet darauf hin, dass die Märkte zwar für eine Erholungsrally reif sein könnten, die Wahrscheinlichkeit hierfür jedoch noch nicht sehr hoch ist. Unserer Meinung nach könnte die Stimmung an den Märkten in den nächsten Monaten weiter gedämpft bleiben, bis das Wachstums-/Inflationsproblem überschaubarer wird und sich die Zentralbanken wieder "entgegenkommender" zeigen.
Insbesondere die steigenden Ölpreise drücken weiter auf das Sentiment, sodass die Analysten eine positive Einstellung gegenüber Aktien von einem deutlichen Ölpreisrückgang abhängig machen würden. Darüber hinaus steht den Investoren noch die Ergebnissaison für das zweite Quartal bevor, während die Gesamtinflation immer noch für schlechte Überraschungen sorgen könnte.
JPMorgan AM bleibt daher gegenüber den Aktienmärkten weiter vorsichtig, weshalb auch die Untergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen beibehalten werde. JPMorgan AM bevorzugt nach wie vor US-Aktien und zieht dabei Large Caps den kleineren Werten vor. Dem Maßstab der Gewinndynamik zufolge korrigieren in den USA mittlerweile mehr Analysten ihre Gewinnprognosen nach oben als nach unten, was ein positives Zeichen ist. Daneben gewichtet JPMorgan AM auch Japan leicht über. Die günstigen Bewertungen kommen dem Aktienmarkt zugute, sodass mit einer Outperformance Japans zu rechnen sei. Hinzu komme, dass die Gewinnwachstumsprognosen bereits erheblich gesenkt wurden und die Ertragsdynamik ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte. Auch wenn Japans Konjunkturaussichten immer noch etwas Sorgen bereiten, so haben sich die geldpolitischen Bedingungen doch beträchtlich gelockert und könnten somit dem Wachstum förderlich sein.
In Europa ex Großbritannien und den Schwellenmärkten bleibt JPMorga AM nach wie vor untergewichtet. In Europa konzentriere man sich auf die Märkte, die ein besonders attraktives Wertpotenzial bieten (wie beispielsweise Italien, Frankreich und die Niederlande). In den übrigen Ländern der Region sei man dagegen untergewichtet, sodass insgesamt eine leichte Untergewichtung zustande komme.
Was die Schwellenmärkte betrifft, so spricht nach Angaben von JPMorgan aus struktureller Sicht zwar immer noch einiges für diese Anlageklasse. Die zyklischen Risiken sei jedoch nach wie vor beträchtlich, während gleichzeitig die Gefahr bestehe, dass das Wirtschaftswachstum enttäuscht. Die Analysten halten daher an ihrer Untergewichtung der Schwellenmärkte fest.
Quelle: www.boerse-express.com


