US-Notenbank senkt Leitzins
Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich im März weiter eingetrübt. Der entsprechende Index der Universität Michigan sank nach vorläufigen Berechnungen auf 70,5 Punkte (Februar: 70,8), dem tiefsten Stand seit Februar 1992. Die US-Industrieproduktion verzeichnete im Februar einen Rückgang um 0,5 Prozent M/M (Januar: +0,1%). Verantwortlich dafür war vor allem ein wetterbedingt niedrigerer Produktionswert bei den Versorgern. Der Produktionswert der Verarbeitenden Industrie sank um 0,2 Prozent M/M (Januar: 0,0%). Bei den Minengesellschaften war ein leichter Produktionsanstieg zu beobachten. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia für März hat sich zwar auf -17,4 Punkte (Februar: -24,0) verbessert, signalisiert damit aber weiterhin einen Rückgang der Industrieaktivität der Region, die als guter Indikator für die landesweite Entwicklung gilt. Die Inflationsrate ist in den USA zuletzt etwas gesunken. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat stiegen die Konsumentenpreise im Februar um 4,0 Prozent (Januar: 4,3%). Ohne Nahrungsmittel und Energie (Kernrate) war ein Preisanstieg um 2,3 Prozent (Januar: 2,5%) zu beobachten. In der Eurozone erhöhte sich der Konsumentenpreisindex im Februar um 3,3 Prozent J/J (Januar: 3,2%), die Kerninflationsrate stieg auf 2,4 Prozent (Januar: 2,3%). Der Einkaufsmanagerindex für den Verarbeitenden Sektor ist im März in der Eurozone nach vorläufigen Berechnungen auf 52,0 Punkte (Februar: 52,3) zurückgegangen. Der Index für den Dienstleistungssektor ist auf 51,7 Punkte (Februar: 52,3) gesunken. Beide Indizes signalisieren damit ein schwächeres Wachstum als im Monat davor.
Die US-Notenbank (Fed) hat am Dienstag den Leitzinssatz um 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent gesenkt. Gemäß Fed würden die jüngsten Informationen zeigen, dass sich die Aussichten für die wirtschaftliche Aktivität weiter verschlechtert hätten. Das Wachstum der Konsumausgaben habe sich verringert und die Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich eingetrübt. An den Finanzmärkten bleibe die Situation angespannt und die verschärften Kreditkonditionen und der Abschwung am Immobilienmarkt würden voraussichtlich das Wirtschaftswachstum in den nächsten Quartalen belasten. Die Notenbank werde zeitgerecht handeln um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu begünstigen.
Die Kurse an den Aktienmärkten sind in den letzten Tagen mehrheitlich etwas gesunken. Verantwortlich für einen zwischenzeitlich deutlichen Kurseinbruch waren vor allem massiven Liquiditätsprobleme bei Bear Stearns, der fünftgrößten US-Investmentbank, die in weiterer Folge in einen Notverkauf an JPMorgan Chase (endgültige Zustimmung der Aktionäre steht noch aus) mündeten. Für eine kräftige Gegenbewegung sorgten in weiterer Folge besser als vom Markt erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse (Zeitraum Dezember - Februar) von Goldman Sachs, Lehman Brothers und Morgan Stanley sowie die US-Notenbanksitzung. Die Kursausschläge waren zuletzt vor allem bei den Banken beträchtlich. Der Aktienkurs von Lehman Brothers, der zuvor von der Krise bei Bear Stearns belastet wurde, konnte am Tag der Ergebnisveröffentlichung um 46 Prozent zulegen. In den nächsten Tagen sollte die Richtung der Märkte vor allem von den zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten (USA: BIP-Wachstum (Endwert), Verbrauchervertrauen, Auftragseingänge langl. Wirtschaftsgüter; Eurozone: Auftragseingänge Industrie; Deutschland: Ifo Geschäftsklimaindex, GfK Verbrauchervertrauen) beeinflusst werden. Etwaige Kursanstiege dürften auch in den nächsten Tagen nur von kurzer Natur sein. Das Umfeld bleibt schwierig. Auf Wochensicht rechnen wir mit einer Seitwärtsentwicklung.
Quelle: www.volksbank.com

