Anz.

Enttäuschende Kapitalmärkte: Geduld wird belohnt


Anlegern, die zuletzt deutliche Einbußen mit Anleihen oder mit Aktien erlitten haben, rät die Privatbank Kathrein & Co. zu Geduld. Langfristige Berechnungen ergeben eine wieder positivere Prognose für das heurige Jahr. Das untermauerte der Leiter des Kathrein-& Co. Fondsmanagements Harald Holzer bei der heutigen Pressekonferenz mit langfristigen Modellen, die ihm als Basis für den Quantitativen Investmentstil dienen. Dieser wird bei Kathrein & Co. seit Jahren erfolgreich praktiziert.

Inverse Zinsstruktur



Die derzeitige inverse Zinsstruktur, in der die kurzfristigen Zinssätze höher sind als die langfristigen, könnte zum Umstieg von Anleihen auf ein Sparbuch verleiten, da derzeit Sparbücher im Durchschnitt mehr Ertrag als langfristige Anleihen bringen. Daß sich ein solcher Wechsel nicht lohnt, bewies Harald Holzer mit einer aussagekräftigen Statistik: 'In den letzten 47 Jahren ist eine inverse Zinsstruktur nur siebenmal und dann lediglich für einen relativ kurzen Zeitraum aufgetreten,' sagte er.

Anleihen besser als Sparbuch



Im Durchschnitt lagen die Anleiherenditen in den Jahren 1960 bis 2007 um 1,6 Prozentpunkte über denen des Geldmarktes. Selbst in inversen Zinssituationen war die Anleiherendite nur um 0,96 Prozentpunkte niedriger als der Geldmarkt. Im Schnitt brachten Anleihen schon nach 12 Monaten um 0,42 Prozentpunkte mehr als kurzfristige Termineinlagen. Nach einer Behaltefrist von 24 Monaten war mit Anleihen in der Regel das Doppelte zu verdienen. 

'Milder' Bärenmarkt



Auch bei Aktien rät der Chief Investment Officer zum Durchhalten. Aufgrund historischer Berechnungen seit 1970 ist anzunehmen, daß der derzeitige Bärenmarkt mit seinen fallenden Kursen dem Ende entgegen geht. Die seit Juni anhaltende Schwächephase an den Börsen hat bisher im Durchschnitt einen Kursverfall von mehr als 20 Prozent gebracht. Folgt man den bisherigen langfristigen Trends, dann werden die Aktienkurse noch rund 13 Prozent fallen, bevor es zu einer Erholung von plus 50 Prozent bis zum Jahr 2010 kommt. 'Ebenso das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien läßt den Schluß zu, daß die Turbulenzen an den Börsen bald ausgestanden sind,' erklärte Harald Holzer heute.

Eine baldige Trendwende sieht Harald Holzer auch bei den Währungen: ' US-Dollar und japanischer Yen sind nach Kaufkraft gemessen extrem billig und daher reif für eine deutliche Gegenbewegung,' prognostizierte Holzer beim Pressegespräch.

Verbrauchsgüter, Industrie und Versorger 



In der Asset-Allokation der Kathrein Aktienfonds setzt das Fondsmanagement derzeit in den USA stark auf den 'Personal & Household'-Sektor, also Aktien von Verbrauchsgüter-Unternehmen. Zur Zeit wird trotz starker Rückgänge bei Banken- und Immobilienaktien in den USA weiterhin nicht in diese Segmente investiert. Verkauft wurden schon im Vorjahr Banken- und Brokeraktien. Bei europäischen Aktien sieht Holzer die besten Chancen im Industrie- und Versorgersektor. Banken und der Gesundheitssektor sind untergewichtet. Seit Dezember wurden wieder Positionen im Finanzdienstleistungssektor, zu dem auch Immobilienaktien zählen, aufgebaut.   


Quelle: Kathrein & Co. Privatgeschäftsbank 

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