Vorsicht am chinesischen Aktienmarkt
Martin Hüfner, Chefökonom des führenden österreichischen Discount-Brokers direktanlage.at, ortet Verunsicherungen am chinesischen Aktienmarkt. China wird weiter wachsen und den Westen zum Teil überholen. Die Entwicklung wird jedoch in Zukunft weniger geradlinig verlaufen.
Der Fachmann sieht immense Stärken in China. China verfügt mit 1,3 Mrd. Einwohnern über die größte Bevölkerung der Welt. Das reale Bruttoinlandsprodukt wächst seit Jahren schnell, zuletzt sogar mit zweistelligen Raten (2007: + 10,8 Prozent). Weiters erwirtschaftet China einen Leistungsbilanzüberschuss von 340 Mrd. Dollar (10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts), und es besitzt 1.300 Mrd. Dollar an Währungsreserven. Ein weiterer Vorteil sind fleißige, ehrgeizige, kaufmännisch begabte und niedrig entlohnte Arbeiter.
Probleme mit Infrastruktur, Sozialsystem und Umwelt
China wird kein Niedriglohnkosten-Land bleiben
Chinesischen Aktien bei weitem überbewertet und spakulativ überhitzt
Und wie wird der chinesische Aktienmarkt auf diese Entwicklungen reagieren? Er wird natürlich von dem hohen gesamtwirtschaftlichen Wachstum, der zunehmenden Zahl der privaten Unternehmen und der hohen Ersparnis der Chinesen (Sparquote über 40 Prozent) profitieren. Voraussetzung dafür ist, dass sich in China ein funktionsfähiger Kapitalmarkt entwickeln wird, ähnlich wie in Indien. Im Augenblick sind die chinesischen Aktien bei weitem überbewertet und spekulativ überhitzt. Daher ist für Anleger zunächst einmal Vorsicht geboten.
Quelle: direktanlage.at


