Konjunkturdaten bestimmen Handelsaktivitäten
Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung in den Vereinigten Staaten könnten Europas Börsen in der neuen Handelswoche Unterstützung bieten. Aktienstrategen warnen wegen der ungeklärten Risiken auf dem US-Hypothekenmarkt aber vor zu großem Optimismus. An den Märkten bestehe weiterhin die Möglichkeit von Rückschlägen, auch wenn die ökonomischen Fundamentaldaten intakt seien.
Eine Fülle von Konjunkturdaten wird den Handel an den Märkten in dieser Woche beeinflussen. Für Beruhigung an den Märkten sorgte das Versprechen von US- Notenbankchef Ben Bernanke, alle geldpolitischen Instrumentarien, die der US-Notenbank zur Verfügung stehen, zur Überwindung der Finanzkrise einzusetzen.
VDAX fällt auf Durchschnittsniveau zurück
Abzulesen ist dies an der sinkenden Volatilität. Der VDAX, der die möglichen Schwankungen im DAX abbildet, ist seit dem 16. August um 20 Prozent zurückgegangen und nähert sich nach Meinung der Experten der LBBW wieder normalen Niveaus an. Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten. Heute Mittag notiert der DAX bei gut 7.425 Punkten 0,2 Prozent im Plus.
Zinspolitik und Konjunkturentwicklung unsicher
In den Fokus der Anleger rückt in dieser Woche zunächst die Veröffentlichung des Protokolls der zurückliegenden Fed-Sitzung am Dienstagabend nach Börsenschluss in Europa. Sie erhoffen sich davon Hinweise auf die Richtung der künftigen Zinspolitik ableiten zu können. Zusätzlich betrachten die Investoren die Frage, ob die Hypothekenkrise die Konjunktur bremst und damit die Gewinnentwicklung der Unternehmen behindert. Die Helaba rechnet für die kommenden Monate mit einer Abschwächung der Konjunkturstimmung und leitet daraus 'sichtbare Korrekturen der Ergebnisprognosen' durch die Unternehmen ab. Die LBBW hält die Unternehmen hingegen wegen dem relativ starken Rückenwind der globalen Wirtschaft und der stark verbesserten Produktivität für resistenter gegenüber kurzfristigen Konjunkturschwankungen. Ihre Experten rechen nicht mit nachhaltig negativen Auswirkungen der Finanzkrise für die Konjunktur.
Auch die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt glauben nur an eine bedingte Beeinflussung der Unternehmen durch die Finanzmarktkrise. Da die meisten DAX-Unternehmen im abgelaufenen Quartal die Erwartungen größtenteils übertroffen und einen optimistischen Ausblick für den weiteren Jahresverlauf abgegeben haben, sei zwar von einer temporären Stimmungseintrübung auszugehen. Einen tatsächlichen Einfluss auf die Auftragslage der Unternehmen erwarten sie hingegen nicht.
Nach Ansicht der Analysten von Goldman Sachs zeige die schnelle Erholung der Rohstoffmärkte und die Robustheit der Aktienmärkte der Schwellenländer, dass die Krise möglicherweise doch nicht so auf das globale Wirtschaftswachstum durchschlagen werde, wie dies noch vor einer Woche befürchtet worden war. Insgesamt bleibe es bei ganz günstigen Aussichten für die Weltkonjunktur und sehr gesunden Bilanzen der Unternehmen. Die Hausse bei etwas risikoreicheren Anlagetiteln sollte sich letztlich fortsetzen.
Markttechnik erwartet Seitwärtsbewegung
Die technischen Analysten von der BNP Paribas sehen den DAX im Bereich zwischen 7.460 und 7.600 schwanken. Nach dem ersten vergeblichen Anlauf auf die große Hürde bei 7.600 Punkten am Donnerstag der vergangenen Woche, könnte der Index kurzfristig noch einmal bis 7.460 Punkten fallen. Erst nach einem erfolgreichen Test dieser Marke sehen sie Chancen auf eine weitere Aufwärtsbewegung.
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