Anz.

Siemens - "Reduzieren"


Die Analysten der WGZ Bank haben die Aktien von Siemens mit Reduzieren eingestuft. Das Kursziel liegt bei 70,00 Euro. Der seit Juli 2007 im Amt befindliche Vorstandsvorsitzende Peter Löscher hat dem Konzern ein Um- und Restrukturierungsprogramm auferlegt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Transparenz zu erhöhen. Der Konzern reagiert damit auf den Korruptionsskandal sowie die zu erwartende steigende Wettbewerbsintensität. Der Mangel an Transparenz hat das Entstehen von "schwarzen Kassen" und Korruption bei Siemens gefördert. Dem Konzern entstehen hierdurch neben dem Imageschaden auch direkte finanzielle Belastungen. So soll die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre bis heute u.a. Kosten für Berater in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verursacht haben. Weitere Belastungen könnten in einer möglicherweise milliardenschweren Strafe der US-Börsenaufsicht SEC oder sogar in einem Ausschluss bei der Vergabe von Aufträgen resultieren. Zur Erhöhung der Transparenz und Effizienz wurde eine neue Organisationsstruktur installiert. Das operative Geschäft des Konzerns gliedert sich zukünftig in die drei weitgehend autonomen Sparten Industrie, Energie und Gesundheit (Healthcare). Für die drei Sparten und die Divisionen innerhalb der Sparten wurden neue Margenziele für das Jahr 2010 definiert. Diese wurden gegenüber den bisherigen Zielen mindestens unverändert belassen. Zur Erreichung der Margenziele hat der Konzern ein Sparprogramm angekündigt. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sollen - ausgehend von 12,1 Milliarden Euro im Jahr 2007 - um 1,2 Milliarden Euro bzw. 10% bis zum Jahr 2010 gesenkt werden. Hiermit verbunden wird ein Stellenabbau sein, dessen Höhe vom Konzern bisher noch nicht veröffentlicht wurde. Man gehe davon aus, dass mehrere tausend Arbeitsplätze betroffen sein werden, so die Analysten. Ferner will Siemens die Beraterkosten auf unter 300 Millionen Euro pro Jahr halbieren. Bei der hausinternen IT sollen jährlich weitere 300 Millionen Euro gespart werden. Darüber hinaus ist eine Reduzierung der Zahl der Konzerngesellschaften von 1.800 auf unter 1.000 vorgesehen, wodurch doppelte Kosten im Rechnungswesen, in der Buchhaltung und den Rechtsabteilungen vermieden werden sollen. Weitere Details zu den Einsparungen wird Siemens erst im Laufe des Jahres nennen. Mit der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal hat der Konzern auch den Ausblick für das Geschäftsjahr 2007/08 angepasst. Demnach rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum. Es soll doppelt so hoch ausfallen wie das weltweite Wirtschaftswachstum. Des Weiteren erwartet der Konzern im laufenden Geschäftsjahr nun ein Ergebnis der Bereiche (operatives Ergebnis) sowie ein Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten auf Vorjahresniveau. Die Ergebnisprognose beinhaltet allerdings keine Sondereffekte, die aus laufenden rechtlichen und regulatorischen Faktoren entstehen könnten, und keine Restrukturierungsaufwendungen, die im Zusammenhang mit der geplanten Reduzierung der Vertriebs- und Verwaltungskosten entstehen werden. Infolge der schwachen Börsen und des weiterhin negativen Newsflow sehe man derzeit kein Potenzial für den Titel. Daher bleibe die Empfehlung bei Reduzieren, so die WGZ Bank.(© BörseGo AG 2008 - http://www.godmode-trader.de/ - Autor: Andreas Wolf, Redakteur)

Knock-Outs auf Siemens
WKN Typ Laufzeit Strike Hebel
DB47TB long 14.01.09 35,00 5,97
DB4GMF long 16.09.09 48,00 5,97
DB86NX long 16.09.09 70,00 20,31
DB91K3 long 16.12.09 80,00 21,38

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