MÄRKTE EUROPA/Börsen fallen in "Risiko-aus-Modus" zurück

FRANKFURT (Dow Jones) - Die von Beginn an wenig dynamische Erholungsbewegung an den europäischen Aktienmärkten fällt bis zum Donnerstagmittag völlig in sich zusammen und die Kurse setzen die Talfahrt vom Vortag fort. Selbst die ordentlich verlaufene Auktion französischer Staatsanleihen vermag den Indizes vor dem langen Osterwochenende kein neues Leben einzuhauchen. Einmal mehr geben dabei die Finanzwerte die Spaßbremse. "Wir haben den ganzen Morgen kein echtes Kaufinteresse gesehen", sagt ein Aktienhändler. Daher sei zu vermuten gewesen, dass die Bären noch eine Attacke versuchen würden. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,3 Prozent auf 2.367 Punkte nach unten. Der DAX verliert 1,4 Prozent auf 6.687 Punkte und notiert damit so niedrig wie seit dem 6. März nicht mehr.
Auch der Wechselkurs des Euro zum Greenback taucht wieder ab und fällt deutlich unter die Marke von 1,31 Dollar. Gleichzeitig markieren die als sicherer Hafen geltenden Bund-Futures mit 139,22 Prozent ein neues Kontrakthoch. Der Anlegern in der Vergangenheit ebenfalls immer wieder als Zuflucht dienende Schweizer Franken steigt kurzzeitig über den von der Notenbank des Landes bei 1,20 Schweizer Franken faktisch festgeschriebenen Wechselkurs zur Gemeinschaftswährung.
Angst vor Staatsschuldenkrise 2.0
Unterschwellig dominiert nach der zur Wochenmitte gründlich schief gegangenen Auktion spanischer Staatsanleihen weiter die Furcht vor einem neuerlichen Aufflammen der Schuldenkrise im Gemeinsamen Währungsgebiet. Auch die Versteigerung französischer Schuldtitel am Vormittag führte keinen Stimmungsumschwung herbei. Zwar haben die Gallier bei der Auktion von Staatsanleihen mit Fälligkeiten in den Jahren 2017, 2022, 2026 und 2041 das angestrebte Volumen von 8,5 Milliarden Euro nahezu komplett ausgeschöpft. Allerdings musste das Land zumeist höhere Zinsen als bei den vergleichbaren vorangegangenen Versteigerungen zahlen.
Auf der Notenbankseite steht im weiteren Handelsverlauf die geldpolitische Entscheidung der Bank of England auf dem Programm. Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass die Währungshüter um Governor Mervyn King das Volumen des Kaufprogramms für Anleihen bei 325 Milliarden Pfund Sterling belassen werden. In Folge der Finanzkrise hat sich die britische Notenbank immer weiter von der klassischen Geldpolitik über den Leitzins entfernt und setzt derzeit ausschließlich auf eine Ausweitung der Geldmenge zur Stimulierung der Konjunktur. Erst bei der Sitzung im Mai dürfte eine Entscheidung über eine abermalige Aufstockung des Programms anstehen.
Erstanträge geben Vorgeschmack auf US-Job-Daten
Für den Nachmittag werden wie an jedem Donnerstag die Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung erwartet. Ökonomen rechnen mit einem Anstieg um 1.000 binnen Wochenfrist auf 360.000. Sie liefern letzte Hinweise auf den US-Arbeitsmarktbericht für März, der am Karfreitag auf dem Programm steht. "Die Erstanträge haben mit Werten von 350.000 bis 360.000 Niveaus erreicht, die mit einem deutlichen Aufbau neuer Stellen kompatibel sind", sagt Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Schätzung, dass zum Wochenausklang für den vergangenen Monat ein Anstieg der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um gut 200.000 Stellen gemeldet werde, erscheine damit realistisch.
Abermals förmlich abverkauft werden die Finanzwerte. Europaweit geben die Bankentitel im Schnitt um 1,6 Prozent nach, Aktien von Versicherern verbilligen sich im Mittel um 1,3 Prozent. Im DAX geht es für Commerzbank um 4,4 Prozent auf 1,70 Euro nach unten, Deutsche Bank verbilligen sich um 2,3 Prozent auf 34,33 Euro. Daimler werden mit einem Minus von 5,3 Prozent bei 42,30 Euro gehandelt. Der Abschlag ist jedoch auch optischer Natur. Denn der Automobilhersteller schüttet am Donnerstag eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie an die Investoren aus. Das entspricht 4,9 Prozent des Schlusskurses vom Vortag.
INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.365,66 -1,37% Stoxx-50 2.408,43 -0,79% DAX 6.699,64 -1,24% FTSE 5.666,46 -0,65% CAC 3.283,46 -0,91% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 139,09% +58 DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr EUR/USD 1,3065 -0,69% 1,3156 1,3128 EUR/JPY 106,9573 -1,16% 108,2097 108,4816 EUR/CHF 1,2021 -0,11% 1,2034 1,2038 USD/JPY 81,8820 -0,47% 82,2700 82,6300 GBP/USD 1,5835 -0,43% 1,5903 1,5877
DJG/jej/kko
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